Rechte Provokation in der Europa League


Beim Europa League-Spiel zwischen Viktoria Plzen und Hapoel Tel Aviv am Mittwoch kam es zu Beginn der zweiten Hälfte des rein sportlich gesehen unterdurchschnittlichen Spiels zu einer Provokation seitens des Anhangs des gastgebenden Vereins. Im Block direkt hinter dem Tor wurde ein Banner entrollt, auf dem »Better Dead Than Red« zu lesen und ein Strichmännchen, das einen roten Stern in einen Mülleimer wirft zu sehen war.

Die Fans von Viktoria – dem Block nach zu urteilen handelt es sich um die Ultras – nehmen dabei offenbar einerseits Bezug auf das Motto der Hapoel Ultras »Red or Dead« Bezug, greifen andererseits aber auch das dezidiert linke Image des als Arbeiter_innenvereins gegründeten Clubs aus Tel Aviv auf. Das von ihnen verwendete Piktogramm macht dabei ganz klar, dass es ihnen keineswegs bloß um die Vereinsfarben Hapoels geht. Es ist eine ganz klare und politische Äußerung gegen Links. Dass wer so handelt sich politisch eindeutig rechts verortet liegt auf der Hand.

Es ist nicht das erste Mal, dass Viktoria in letzter Zeit negativ auffällt. Erst vor weniger als zwei Monaten waren sechs Spieler des Vereins als Models bei einer Modenschau der rechten Modemarke »Thor Steinar« aufgetreten. Zwar distanzierte sich Viktoria damals halbherzig von dem Vorfall, doch gab Tomáš Marek, der die Marke in Tschechien vertreibt und nebenher Medienberichten zufolge auch noch Mitglied der Neonaziband »Combat 88« ist, zu Protokoll, es gäbe bereits seit Jahresbeginn eine Zusammenarbeit mit dem Verein.

Zumindest bis jetzt scheinen Verein und Verband auf den Vorfall nicht reagiert zu haben. Wahrscheinlich interessiert es dort aber auch niemanden, weil den Verantwortlichen nicht bewusst ist, dass ein solches Banner Ausdruck eines reaktionären Weltbildes ist, zu dem auch Rassismus, Homophobie und generell die Ablehnung aller, die als »Andere« kategorisiert werden, untrennbar dazu gehören. Wer gegen Diskriminierung und gegen Rechtsextremismus ist, kann und darf auch zu so etwas nicht schweigen.

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Ein Kommentar

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